L I E D E R  FÜR  G E S A N G  UND  K L A V I E R
NACHGELASSENE LIEDER I für eine Singstimme und Klavier, 1877/78
W 7/1

vorgelegt von Hans Jancik (1980)
ISMN 979-0-50025-043-2
1. Liederstrauß (Heine), 1878
 1. Sie haben heut' abend Gesellschaft
 2. Ich stand in dunkeln Träumen
 3. Das ist ein Brausen und Heulen
 4. Aus meinen großen Schmerzen
 5. Mir träumte von einem Königskind
 6. Mein Liebchen, wir saßen beisammen
 7. Es blasen die blauen Husaren

2. Lieder aus der Jugendzeit (1877/78)
  8. An * (Lenau). O wag' es nicht, mit mir zu scherzen
  9. Wanderlied (Aus einem alten Liederbuche). Es segeln die Wolken
10. Traurige Wege (Lenau). Bin mit dir im Wald gegangen
11. Nächtliche Wanderung (Lenau). Die Nacht ist finster, schwül und bang
12. Das Kind am Brunnen (Hebbel). Frau Amme, das Kind ist erwacht!
13. Über Nacht (Sturm)
14. Wo ich bin, mich rings umdunkelt (Heine)
15. Es war ein alter König (Heine)
16. Ernst ist der Frühling (Heine)
17. Bescheidene Liebe (Dichter unbek.). Ich bin wie and're Mädchen nicht

 
NACHGELASSENE LIEDER II für eine Singstimme und Klavier, 1876/90
W 7/2 vorgelegt von Hans Jancik (1969) ISMN 979-0-50025-044-9
  1. Ein Grab (Günther). Wenn des Mondes bleiches Licht
  2. Andenken (Matthison). Ich denke dein
  3. Ständchen (Körner). Alles wiegt die stille Nacht
  4. Der Schwalben Heimkehr (Herloßsohn). Wenn die Schwalben heimwärts ziehn
  5. Knabentod (Hebbel). Vom Berg der Knab
  6. Liebesfrühling (Hoffmann v. Fallersleben). Wie oft schon ward es Frühling
  7. Auf der Wanderung (Hoffmann v. Fallersleben). Über die Hügel
  8. Ja, die Schönst! ich sagt es offen (Hoffmann v. Fallersleben)
  9. Nach dem Abschiede (Hoffmann v. Fallersleben). Dunkel sind nun alle Gassen
10. Gretchen vor dem Andachtsbild der Mater Dolorosa (Goethe).
     Ach neige, du Schmerzenreiche
11. Mädchen mit dem roten Mündchen (Heine)
12. Du bist wie eine Blume (Heine)
13. Wenn ich in deine Augen seh (Heine)
14. Spätherbstnebel, kalte Träume (Heine)
15. Mit schwarzen Segeln (Heine)
16. Sterne mit den goldnen Füßchen (Heine)
17. Wie des Mondes Abbild zittert (Heine)
18. Abendbilder. Drei Oden (Lenau)
     1. Friedlicher Abend
     
2. Schon zerfließt das ferne Gebirg
     
3. Stille wird's im Walde
19. Herbstentschluss (Lenau). Trübe Wolken, Herbstesluft
20. Frage nicht (Lenau). Wie sehr ich Dein, soll ich Dir sagen?
21. Herbst (Lenau). Nun ist es Herbst
22. Suschens Vogel (Mörike). Ich hatt ein Vöglein
23. Die Tochter der Heide (Mörike). Wasch dich, mein Schwesterchen
24. Nachruf (Eichendorff). Du liebe, treue Laute
25. In der Fremde I (Eichendorff). dassfahr ich still im Wagen
26. In der Fremde II (Eichendorff). Ich geh durch die dunklen Gassen
27. In der Fremde IV (Eichendorff). Wolken, wälderwärts gegangen
28. Rückkehr (Eichendorff). Mit meinem Saitenspiele
29. Die Kleine (Eichendorff). Zwischen Bergen, liebe Mutter
30. Sechs Lieder von Robert Reinick
     1. Wohin mit der Freud? Ach du klar blauer Himmel
     2. Liebchen, wo bist du? Zaubrer bin ich
     3. Nachtgruß. In dem Himmel ruht die Erde
     4. Frühlingsglocken. Schneeglöckchen tut läuten!
     5. Ständchen. Komm in die stille Nacht!
     6. Liebesbotschaft. Wolken, die ihr nach Osten eilt
31. Frohe Botschaft (Reinick). Hielt die allerschönste Herrin
NACHGELASSENE LIEDER III für eine Singstimme und KLavier, 1875-1878
  Erstdruck, vorgelegt von Hans Jancik (1976) ISMN 979-0-50025-045-6
W 7/3   1. Nacht und Grab (Zschokke). Sei mir gegrüßt, o schöne Nacht
  2. Sehnsucht (Goethe). Was zieht mir das Herz so?
  3. Der Fischer (Goethe). Das Wasser rauscht
  4. Auf dem See (Goethe). Und frische Nahrung, neues Blut
  5. Frühlingsgrüße (Lenau). Nach langem Frost
  6. Meeresstille (Lenau). Sturm mit seinen Donnerschlägen
  7. Liebesfrühling (Lenau). Ich sah den Lenz einmal
  8. Erster Verlust (Goethe). Ach, wer bringt die schönen Tage
  9. Abendglöcklein (Zusner). Des Glöckleins Schall durchtönt das Tal
10. Der goldene Morgen (Dichter unbek.). Golden lacht und glüht der Morgen
11. Perlenfischer (Roquette). Du liebes Auge, willst dich tauchen
12. Stille Sicherheit (Lenau). Horch, wie still es wird im dunklen Hain
13. Scheideblick (Lenau). Als ein unergründlich Wonnemeer
14. So wahr die Sonne scheinet (Rückert)
15. Auf der Wanderschaft (Chamisso), 1. Fassung. Wohl wandert' ich aus
16. Auf der Wanderschaft (Chamisso), 2. Fassung. Wohl wandert' ich aus
NACHGELASSENE LIEDER IV. Fragmente 1875-1882
W 7/4

vorgelegt von Leopold Spitzer (1998) ISMN 979-0-50025-191-0
mit Revisionsbericht, den vollständigen Gedicht-Texten
und chronologischem Verzeichnis der Lieder
von 1875 bis 24. Jänner 1888

Wanderlied, op.3/4 (Goethe). Von den Bergen zu den Hügeln
Der Raubschütz, op.5/1 (Lenau). Der alte Müller Jakob sitzt
Frühlingsgrüße, op.9/1 (Lenau). Nach langem Frost
Mai, op.9/5 (Goethe). Leichte Silberwolken schweben
Mailied (Hölty). Willkommen lieber schöner Mai
Die Verlassene (Aus einem alten Liederbuch). Hört Ihr dort drüben die Klänge
Das Lied der Waise (Steinebach). Einsam steh' ich und alleine
„Wunsch” (Lenau). Fort möcht' ich reisen
Ich sah die blaue unendliche See (Hoffmann von Fallersleben)
Nächtliche Wanderung (Lenau). Die Nacht ist finster, schwül und bang
Was soll ich sagen? (Chamisso). Mein Aug' ist trüb'
„Das taube Mütterlein” (Halm). Wer öffnet leise Schloß und Tür?

 Manch Bild vergessener Zeiten (Heine)
„Frühling Liebster” (Rückert). Ich saß an meinem Rädchen
Die Nachtigallen schweigen
(Hoffmann von Fallersleben)
Herbstklage (Lenau). Holder Lenz, du bist dahin!
Der kriegslustige Waffenschmied (Lenau). Spritze Funken, Säbelklinge
Wie kühl schweift sich's (Eichendorff)
Das gelbe Laub erzittert (Heine)
An die Wolke (Lenau). Zieh' nicht so schnell vorüber
In der Fremde Nr. 2 (Eichendorff). Ich geh' durch die dunklen Gassen
Singevöglein singet (Reinick)

Die „Nachgelassenen Lieder” Wolfs, seien sie vollendet oder auch nur Fragment geblieben, dokumentieren den Weg zum Meister des Liedes. Am Anfang steht das Bemühen, sich das Handwerkliche dieser Gattung anzueignen (W VII/3 und teilweise W VII/4). Unter dem Einfluss Schumanns folgt eine Entwicklung, die in den Jahren 1877 und 1878 zu einem ersten Höhepunkt führen (W VII/1, W VII/2). Obwohl unter diesen Liedern bereits manche Kostbarkeit zu finden ist, in der es bereits „wölfert”, hat der Komponist sie nicht der Veröffentlichung würdig gefunden; seiner Meinung nach mangelt ihnen Originalität. Der subjektive, ja larmoyante Ton mancher Gedichte dürfte eine weitere Rolle gespielt haben. Diese kritische Haltung den eigenen Schöpfungen gegenüber zeigt sich besonders auffällig in den Fragment gebliebenen Vertonungen (W VII/4). Die „Nachgelassenen Lieder” sind daher einerseits Grundlage für das Studium der persönlichen und kompositorischen Entwicklung Hugo Wolfs, andererseits enthalten sie eine beträchtliche Zahl eindrucksvoller Lieder, die das Konzertrepertoire bereichern können.