S Y M P H O N I E N
I. SYMPHONIE C-MOLL
 Linzer Fassung 1866
vorgelegt von Leopold Nowak (1953)
3,2,2,2-4,2,3,0-Pk-Str / 48'
B 1/1-STP Studienpartitur ISMN 979-0-50025-000-5
B 1/1-DIR Dirigierpartitur ISMN 979-0-50025-164-4
* Aufführungsmaterial leihweise
Bruckner hat seine I. Symphonie später das „kecke Beserl” genannt und damit treffend die übermütigen Züge des Werkes gekennzeichnet, welches in unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei großen Messen entstanden ist. Die von Bruckner 1868 in Linz dirigierte Uraufführung löste Erstaunen über die Fülle ungewohnter Musik aus, das Echo war aber insgesamt positiv. Der Nachwelt war die I. Symphonie bis zum Jahre 1935, in welchem Robert Haas die „Linzer Fassung” in der alten Bruckner-Gesamtausgabe vorlegte, nur in der späteren Umarbeitung von 1890/91 bekannt.
Tatsächlich hat Anton Bruckner einzelne seiner Werke mehrmals komponiert; die Symphonien I, II, III, IV und VIII liegen in zwei bzw. drei voneinander grundlegend abweichenden Partiturniederschriften vor. Es handelt sich dabei nicht lediglich um „Lesarten” oder „Verbesserungen” einzelner Passagen (solche könnten in einem Revisionsbericht Platz finden), sondern um höchst eigenständige Ausformungen des (meist) gleichen thematischen Materials.
 Adagio ursprüngliche Fassung 1865/66, Fragment
Scherzo ältere Komposition 1865

vorgelegt von Wolfgang Grandjean (1995)
B 1/1A-STP Studienpartitur mit Revisionsbericht ISMN 979-0-50025-069-2
Bruckner hat den langsamen Satz seiner I. Symphonie zunächst als klassischen Sonatensatz mit Durchführung konzipiert, schließlich aber für die Linzer Fassung eine dreiteilige Form mit kunstvoll gestaltetem Mittelteil gewählt. Das in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrte Autograph des ursprünglichen Adagios (es verwendet noch keine Trompeten und Posaunen!) bricht mit Takt 154 in der Reprise des 2. Themas ab. Vom Schluss des Satzes (ab Takt 12 der Reprise des 2. Themas) hat sich ein Partiturbogen erhalten, der Trompeten und Posaunen mit einbezieht und ein Stadium zwischen dem ursprünglichen Adagio und jenem der Linzer Fassung dokumentiert.

Die letzte Partiturseite der ersten Komposition von Scherzo und Trio trägt die Angabe „München 25. Mai 1865” - Bruckner weilte zur Uraufführung von Wagners „Tristan und Isolde” in München. Er schrieb dann für die Linzer Fassung ein völlig neues Scherzo; das Trio behielt er unverändert bei.
 Wiener Fassung 1890/91
vorgelegt von Günter Brosche (1980)
3,2,2,2-4,2,3,0-Pk-Str / 50'
B 1/2-STP Studienpartitur (verbesserte Auflage 1994) ISMN 979-0-50025-001-2
B 1/2-DIR Dirigierpartitur ISMN 979-0-50025-175-0
* Aufführungsmaterial leihweise
Am 7. November 1891 war Bruckner von der Universität Wien zum Ehrendoktor der Philosophie promoviert worden. Da er großen Wert darauf legte, diese Würde für sein Schaffen „als Symphoniker” verliehen bekommen zu haben, dankte er dem Senat mit der Widmung seiner I. Symphonie, deren Umarbeitung einige Monate zuvor unabhängig vom Ehrendoktorat abgeschlossen worden war.
B 1-RVB Revisionsbericht von Thomas Röder zu allen Fassungen
ISBN 978-3-900270-84-1 / ISMN 979-0-50025-258-0 in Vorbereitung
 
 Im Verlag Doblinger zu Bruckners I. Symphonie:
 Adagio, ursprüngliche Fassung 1865/66, Fragment
für Aufführungszwecke ergänzt von Wolfgang Grandjean
Scherzo, ältere Komposition 1865
vorgelegt von Wolfgang Grandjean
3,2,2,2-4,0,0,0-Pk-Str
74 014 Partitur / Stimmen
Für Aufführungszwecke hat Wolfgang Grandjean die fehlenden Takte des ursprünglichen langsamen Satzes der I. Symphonie durch die entsprechenden Noten der Linzer Fassung ergänzt. Das Aufführungsmaterial zu dieser Adagio-Vorform und zum später verworfenen Scherzo (mit Trio) ist vom Verlag Doblinger zu beziehen.